Warum keine Welpengruppe?

Eltern verzeihen ihren Kindern die Fehler am schwersten, die sie ihnen selbst anerzogen haben.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Es ist nicht einfach, eine gut zueinander passende Welpenspielgruppe zusammenzustellen. Auf der einen Seite sollen die Welpen lernen, mit Hunden jeder Größe und Rasse umzugehen, auf der anderen Seite ist es schon schwierig, einen 12 Wochen alten Neufundländer mit gleichaltrigen Westie harmonisch spielen zu lassen. Organisatorisch ist es in der Praxis oftmals nicht einfach, 6 bis 8 unterschiedliche, aber doch zueinander passende Welpen in einer Gruppe zusammen zu bringen. Auch das biologische Alter muss dabei Berücksichtigung finden.

Oftmals trifft man auf viel zu große Gruppen, in denen bis zu 20 Welpen unkontrolliert wild durcheinander laufen. Teilweise trifft man in diesen Gruppen auch noch auf Junghunde, die bereits mitten in der Pubertät stecken und in einer Welpengruppe nichts mehr zu suchen haben! Die Qualifikation und Erfahrung der Spielgruppenleiter lässt ebenfalls oft zu wünschen übrig.

Deshalb bin ich dazu übergegangen, auch mit den Welpen im Einzeltraining zu arbeiten. Das bedeutet nicht, dass ich der Meinung bin, Welpen sollten steril aufgezogen werden, ganz im Gegenteil! Kontakte mit Artgenossen und Umweltreizen sind sehr wichtig, sollten jedoch gut dosiert eingesetzt werden. In den Übungseinheiten hat der Hund die Gelegenheit, gut sozialisierte Artgenossen jeden Alters, jeder Größe und Rasse kennenzulernen. Auch Umweltreize jeglicher Art gehören dazu. Da das Training dort abläuft, wo sich „das Leben“ abspielt, treffen wir auf Spaziergänger, Fahrradfahrer, Jogger usw.

Im Einzeltraining können diese Situationen kontrolliert ablaufen und dem Entwicklungsstand des Welpen angepasst werden. So werden Überforderungen, die sich sehr negativ auf sein weiteres Leben auswirken können, vermieden. In den kurzen Einheiten lernt der Welpe zu lernen, eine vertrauensvolle Bindung zu seinen Menschen aufzubauen und seine Motorik und Geschicklichkeit dem Alter entsprechend auszubauen. All das geschieht auf spielerische Art und Weise. Auch die ersten Grundkommandos können so spielerisch aufgebaut und ohne Ablenkung individuell Ihrem Welpen angepasst werden.

Die Menschen lernen in den Übungseinheiten bereits sehr viel über die hundliche Kommunikation, die Körpersprache ihres Welpen zu „lesen“ und entsprechend zu handeln. Ist erst die entsprechende Kommunikation zwischen Hund und Mensch entstanden, funktioniert vieles fast von allein. Das Wichtigste, das der Hund in dieser Phase seines Lebens lernen sollte ist: Mein Mensch ist absolut vertrauenswürdig, berechenbar und in der Lage auch mit angsteinflößenden Situationen souverän umzugehen!

Ziel ist es,  dass Sie und Ihr neues Familienmitglied eine schöne Zeit haben, in der Sie zu einem Team werden, das von gegenseitigem Vertrauen und Respekt geprägt ist!